Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Veröffentlicht am 04.03.2019 in Allgemein

Das muss wohl ein Schock für alle Gemeinderäte gewesen sein: 1,133 Millionen € soll laut einer Aufstellung einer Fachfirma der Abriss unseres Eistreffs kosten! Die Freien Wähler stellten daraufhin den Antrag, den Tagesordnungspunkt "Eistreff: Vorstellung der Abbruchkosten" abzusetzen und ein Gutachten dazu einzuholen. Auch die anderen Kollegen sahen sich überfordert. Worum ging es eigentlich? Die Gegner des Eistreffs hatten zuvor eingefordert, dass uns die Abbruchkosten vorgestellt würden. Aber es hat wohl keiner mit so hohen Kosten gerechnet. Hinzu kommen noch sozialverträgliche Entschädigungen der Mitarbeiter. Und was wird aus dem Bistro, das im Winter für den Eistreff und im Sommer fürs Freibad zuständig ist?

Und aus dem ERC?

Vielleicht lassen die sehr hohen Abbruchkosten die Kollegen doch noch zum Umdenken bewegen. Warum soll ein intaktes Haus mit hervorragender Technik dem Erdboden gleichgemacht werden? Der Grundstückspreis kommt nicht annähernd an die Abbruchkosten heran. Vor 20 Jahren haben auf Grund eines Bürgerentscheides 68 % für eine Sanierung des Eistreffs gestimmt, wir haben jahrelang dafür gekämpft. Er wird während der 150-tägigen Öffnungszeit an jedem Wochentag von bis zu 400 Schülern aus der ganzen Region besucht. An den Wochenenden geht die Post ab, die Eltern wissen ihre Kinder gut untergebracht. Im Vorfeld der Entscheidung am 22.11.2017 gab es mehr als 7000 Unterschriften für den Erhalt.
Im Jahr 2018 hat die Gemeinde den laufenden Betrieb des Eistreffs mit 62.550 € bezuschusst, und erhält im Gegenzug von der Kurverwaltung eine Pacht von 50.000 €. Das sollte es uns doch wert sein, zumal wir heute auf Grund guter Gewerbesteuereinnahmen wesentlich besser dastehen als 2017! Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass unsere Gemeinderatskollegen die nächsten Wochen nutzen werden, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken. Auf jeden Fall verzögert sich jetzt jede Maßnahme, den Eistreff betreffend. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit. Aber am 26. Mai sind ja Kommunalwahlen. Ob es da wohl einen Zusammenhang gibt bezüglich der Mehrheitsentscheidung, das Thema der Abbruchkosten von der Tagesordnung abzusetzen?

(Marianne Müller, stellvertr. Fraktionsvorsitzende)